Georgius Agricola (eigentlich Georg Bauer,
* 24.03.1494 in Glauchau, † 21.11.1555 in
Chemnitz)
Philologe, humanistischer Pädagoge, Historiker, Arzt und
Mineraloge.
Begründer der wissenschaftlichen Mineralogie, der
Bergbaukunde, des Markscheidewesens, der Probierkunde und der
Metallerzeugung. Agricola war auch Stadtarzt und
Bürgermeister von Chemnitz.
Manfred von Ardenne (* 20.01.1907 in
Hamburg, † 26.05.1997 in Dresden)
Physiker, Forscher und Erfinder, Staatspreisträger der
UdSSR, Nationalpreisträger der DDR. Etwa 600 Patente im In-
und Ausland, das erste bereits mit 16 Jahren.
Einer der Pioniere des Fernsehens durch die Entwicklung des
Breitbandverstärkers und der Elektronenstrahlröhre
moderner Prägung. Auf der Funkausstellung 1931 stellte
Ardenne das weltweit erste Fernsehgerät vor.
Erfinder des Rasterelektronenmikroskops. Mitarbeit an der
Entwicklung der sowjetischen Atombombe. Entwicklung des
Isotopen-Trennverfahren für die industrielle Gewinnung von
Uran 235. Zahlreiche weitere Erfindungen auf dem Gebiete der
Elektronen- und Ionenphysik, so auch des
Elektronenstrahl-Mehrkammerofens für die
Hochvakuum-Metallurgie. Später wandte er sich der Medizin
zu. ("Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie" und "systemische
Krebs-Mehrschritt-Therapie")
Melitta Bentz, geb. Liebscher (* 31.1.1873
in Dresden, † 29.6.1950 in Minden)
Die Dredner Hausfrau meldete 1908 im Kaiserlichen Patentamt zu
Berlin den Kaffeefilter
an.
Mit einem Startvermögen von 73 Reichspfennigen wurde die
Firma M. Benz gegründet. Die ersten Filter stellte sie in
Handarbeit zusammen mit ihrem Mann Hugo und den beiden
minderjährigen Söhnen in einem Zimmer ihrer Wohnung
her. 1914 zog die Firma in die Wilder-Mann-Str. 15 um. 1927
wurden bereits 80 Mitarbeiter beschäftigt. Der Umzug nach
Minden/Westfalen erfolgte nicht (wie sonst üblich) nach dem
zweiten Weltkrieg, sondern schon 1929.
Theodor Bickel (* 30.01.1837 in Erlangen, † 5.4.1903 in Bozen)
Der Plauener Kaufmann, der seit 1862 in der Stickerei seines Schwiegervaters F.A. Mammen arbeitete, ist einer der Erfinder der Plauener Spitze (um 1880). Die
maschinengestickte Tüllspitze machte den Namen der
vogtländischen Stadt im In- und Ausland schnell bekannt und
zu einem Qualitätsbegriff.
Johann Friedrich Böttger (* 04.02.
1682 in Schleiz, † 13. 03. 1719 in Dresden)
Stand nach einer Apothekerlehre in Berlin bald im Ruf, Gold
machen zu können. August der
Starke, der stets unter Geldmangel litt, ließ ihn auf
der Festung Königstein einsperren. Nach langem
Experimentieren gelang ihm und Ehrenfried
Walther von Tschirnhaus (1651-1708) im Jahre 1708 die
Herstellung des ersten europäischen weißen Porzellans. August gab ihm
unter Auflagen die Freiheit wieder und übertrug ihm die
Leitung der Porzellan-Manufaktur in Meißen. Böttgers
Versuch, das Geheimnis der Porzellanherstellung an den
Preußenkönig zu verkaufen, endete mit seiner erneuten
Einkerkerung.
Friedrich Arnold Brockhaus (* 4.5.1772 in
Dortmund, †20.8.1823 in Leipzig)
Der berühmte Verleger gründete 1818 in Leipzig eine
Druckerei. 1822 gab er Casanovas "Memoire" heraus. Es folgten
mehrere bedeutende Jahrbücher und Zeitschriften. Den
Höhepunkt seiner Tätigkeit bildete jedoch das nach ihm
benannte Lexikon.
August Horch (*12.10.1868 in
Winningen/Mosel † 03.02.1951 in Münchberg)
Schmied, Ingenieur/Konstrukteur, Unternehmer
Einer der Pioniere der deutschen Kraftfahrzeugtechnik. Er
leistete bedeutende Beiträge zur Entwicklung des Automobils,
so u.a. mit der Einführung des Kardanantriebs und der
Verwendung hochfester Stähle.
Nach dreijähriger Wanderschaft durch Deutschland,
Österreich-Ungarn, Serbien und Bulgarien absolvierte er
1888-90 am Technikum in Mittweida eine Ingenieurausbildung
für Maschinen- und Motorenbau. Danach arbeitete er in der
Rostocker Werft, in Leipzig und Mannheim. Eine in Köln
gegründete Firma wurde 1902 nach Reichenbach ins Vogtland
verlagert und 1904 zur Zwickauer Horch AG umgewandelt. Wegen
Streitigkeiten mit seinen Teilhabern schied er 1909 aus der Firma
aus und gründet die Firma "Audi".
1923 führte er die Linkssteuerung ein, die mittlerweile
fast weltweit üblich ist. In den 30er Jahren waren
Achtzylinder-PKW-Motoren von Horch auf dem Markt
führend.
August Karolus (* 16.03.1893 in Reihen,
† 1.08.1972 in Zürich)
1922 machte Prof. Dr. phil. August Karolus vom physikalischen
Institut der Universität Leipzig den "Kerr-Effekt" für
die schnelle Übertragung von Bildern praktisch nutzbar. In
Zusammenarbeit mit den Unternehmen Siemens und Telefunken wurde
1927 der erste Bildübertragungsdienst Berlin-Wien
möglich.
Gottfried Wilhelm Leibniz (* 21.06.1646
in Leipzig, † 15.11.1716 in Hannover)
Das mit 14 Jahren an der Universität eingeschriebene Genie
wollte mit 20 zum Doktor der Rechte promovieren, was in Leipzig
von den Professoren abgelehnt wurde. Die Universität von
Nürnberg ermöglichte ihm die Promotion.
Leibniz entwickelte das Dualsystem mit den Ziffern 0 und 1,
entwickelte mit 29 Jahren die Infinitesimalrechnung, erstellte
Pläne für ein Unterwasserboot und erfand ein Gerät
zur Messung der Windgeschwindigkeit. Er erkannte die
Notwendigkeit, bei Kranken regelmäßig die
Körpertemperatur zu messen und gründete eine Witwen-
und Waisenkasse, Lange vor Siegmund Freud brachte er den Beweis
für das Unterbewußtsein des Menschen.
Leibniz gründete die Berliner Akademie der Wissenschaften
und war Mitglied der Royal Society in London und der Pariser
Akademie der Wissenschaften.
Karl August Lingner (*18.12.1861 in
Magdeburg, † 05.06.1916 in Berlin)
Nach einer Drogistenlehre und einem aus gesundheitlichen
Gründen abgebrochenen Musikstudium in Paris arbeitete
Lingner als kaufmännischer Angestellter in einer
Nähmaschinenfabrik in Dresden. 1888 gründete er eine
Fabrik für Haushaltsartikel, 1892 ein chemisches
Laboratorium, aus dem die Lingner-Werke hervorgingen.
Ab 1892 wurde hier im Rahmen des Programms der Zahnpflege und
Mundhygiene das weithin bekannt gewordene ODOL-Mundwasser produziert.
Lingner war ein engagierter Förderer der Sozialhygiene sowie
Initiator und Organisator der Großen Internationalen
Hygiene-Ausstellung 1911 und des Deutschen
Hygienemuseums in
Dresden. Aber auch die Kultur förderte der
Multimillionär. So gründete der Kunstmäzen die
erste Lesehalle in Dresden und hatte großen Anteil am Bau
des Königlichen Schauspielhauses.
Heinrich Mauersberger (*11.02.1909 †
16.02.1982)
Chemiker-Colorist, Handwerksmeister, Textilingenieur,
Erfinder
Inhaber des Patentes der Nähwirktechnik
(DDR-Patent Nr. 8194, Anmeldetag: 03.02.1949). Entwickelte zusammen mit
Textilmaschineningenieuren den Prototyp einer
Nähwirkmaschine vom Typ Malimo. Die Serienproduktion der
entsprechenden, sehr produktiven Maschine begann 1957. Diesem
folgten weitere Entwicklungen, so die Typen Malipol und Maliwatt,
die ebenfalls Ende der 50er Jahre von sächsischen
Unternehmen hergestellt wurden.
Ottmar Heinsius von Mayenburg (* 5.12.1865 in
Schönheide im Erzgebirge, † 24. Juli 1932 in Roseneck
am Wörther See)
Apotheker, Chemiker, Unternehmer
Nach dem Studium der Pharmazie und Botanik in Leipzig ging von
Mayenburg nach Dresden und arbeitete in der Hofapotheke.
Er promovierte im Jahre 1901 an der Philosophischen Fakultät in Leipzig zum
Doktor der Philosophie.
Später übernahm er die Löwenapotheke am Altmarkt,
wo er 1907 die Zahncreme
erfand.
Er gründete die Leo-Werke, welche neben der
Chlorodont-Zahncreme auch die Leo-Pillen herstellten. In den
20-er Jahren hatten die Leo-Werke über 20 Filialen in
Deutschland, Europa und Amerika mit insgesamt über 1000
Beschäftigten.
Wilhelm Ostwald (* 2.09.1853 in Riga, † 4.04.1932 in Leipzig)
Chemiker, Forscher und Hochschullehrer,
Nobelpreisträger
Er begründete zusammen mit Arrhenius und van't Hoff die
physikalische Chemie und entwickelte das erste
großtechnische Verfahren zur Ammoniaksynthese, nach dem
Salpetersäure aus atmosphärischer Luft gewonnen werden
kann. Ostwald schuf auch die Grundlagen der messenden
Farbenlehre.
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Anton Philipp Reclam (*28.07.1807 in
Leipzig, † 05.01.1896 in Leipzig)
Leipziger Verleger
Gründete 1828 in Leipzig den "Verlag des Literarischen
Museums", den er später umbenannte in Phlipp Reclam jun.. In
die Verlagsgeschichte ist Reclam vor allem mit seinem Konzept der
"Universal-Bibliothek" eingegangen. Damit wagte er 1867 ein
völlig neues Unternehmen. In diesem Jahr erloschen die
Rechte für den Druck und den Vertrieb der meisten deutschen
Klassiker. Durch Niedrigstpreise und hohe Auflagen konnte er die
große Literatur auch unteren sozialen Schichten
zugänglich machen. Bei Anton Philipp Reclams Tod
umfaßte die "Universal - Bibliothek" 3470 Nummern - und bis
heute ist sie, mit den Jahren gewandelt und seit 1950 im Programm
zweier selbständiger Verlage in Stuttgart und Leipzig, ein
Synonym für das preiswerte und gute Buch schlechthin.
Adam Ries(e) (*1492 ? in Staffelstein,
† 30. 03. 1559 in Annaberg)
Rechenmeister und Verfasser deutschsprachiger Rechenbücher,
die sich über 200 Jahre lang großer Beliebtheit
erfreuten. 1539 wurde er zum "Churfürstlich Sächsischen
Hofarithmeticus" ernannt. Ries arbeitete im erzgebirgischen
Silberbergbau als Sachverständiger in Rechen-, Geld-,
Münz- und Vermessungsangelegenheiten
Louis Ferdinand
Schönherr (*1817 in Plauen, † 1911)
Erfinder und Unternehmer
Gilt als Begründer des sächsischen Webstuhlbaus und
Erfinder des mechanischen
Webstuhls. Die Schönherrsche Maschinenfabrik in Chemnitz
hatte 1887 schon 30.000 Webstühle produziert, einen
bedeutenden Teil davon für den Export.
Johann Andreas Schubert (* 18.3.1808 in
Wernesgrün/Vogtland, † 6.10.1870 in Dresden)
Ingenieur/Architekt, Konstrukteur
Der Sohn armer Bauern, der in einer Leipziger Pflegefamilie aufwuchs, brachte es weit im Leben.
Er wurde Professor für Mathematik und Mechanik an der Dresdner
Technischen Bildungsanstalt (1832-1869), war
Schöpfer der ersten Elbpersonendampfschiffe "Königin
Maria" und "Prinz Albert" (1836) und der ersten deutschen
Lokomotive "Saxonia"
(1837). 1845 konstruierte er die größte
Ziegelsteinbrücke der Welt, die Göltzschtalbrücke.
Schubert trug wesentlich dazu bei, daß Ende der 50er Jahre des
19. Jahrhunderts die besten deutschen Maschinenbauanstalten ihre
englischen Lehrmeister übertrafen.
Gottfried Silbermann (* 14. 01. 1683 bei
Frauenstein im Erzgebirge, † 4. 08. 1753 in Dresden)
Orgel- und Klavierbaumeister.
Schöpfer berühmter sächsischer Orgeln, so
für Kirchenbauten in der ehemaligen Residenzstadt Dresden,
in der Bergstadt Freiberg, in Zittau, Greiz und Rötha sowie
für viele Dorfkirchen vor allem in Sachsen. Darüber
hinaus baute er die ersten deutschen Hammerflügel.
Auf www.baroquemusic.org
gibt es weitere Informationen.
Friedrich Adolph August Struve (* 09.05.1781 in
Neustadt/Sa. † 29.9.1840 in Berlin)
Das künstliche Mineralwasser ist die wissenschaftlich
exakte Nachbildung des natürlichen Mineralwassers durch den
Doktor der Medizin, Friedrich Adolph Struve aus Neustadt in
Sachsen.
Nach dem Besuch der Fürstenschule in Meißen studierte
er in Leipzig und Halle Medizin. 1803 ließ er sich als Arzt
und Apotheker in Stolpen nieder, 1805 übernahm Struve die
Salomonisapotheke in Dresden.
Aufgrund einer Vergiftungserkrankung, die er sich bei Versuchen
mit Blausäure zugezogen hatte, beschäftigte er sich mit
der Herstellung von künstlichem Mineralwasser. 1821 entstand
in der Dresdener Seevorstadt die erste Trinkkuranstalt, die in
Leipzig, Warschau, Kiew und Moskau bald eine Reihe von
Nachfolgern fand. Für seine Arbeit auf dem Gebiet der
Mineralwasser-Trinkanstalten erhielt er vom sächsischen
König den Verdienstorden.
Ehrenfried Walter von
Tschirnhaus (* 10.4. 1651 in Kieslingswalde, † 11.10.
1708 in Dresden)
Philosoph, Mathematiker, Experimentator
Tschirnhaus erwarb sich große Verdienste auf
physikalisch-optischen Gebiet. Durch die Herstellung und
Anwendung außergewöhnlich großer Brennspiegel
und Brenngläser gelang es, bahnbrechende physikalische und
chemische Versuche durchzuführen (u.a. Metallschmelze). Er
verbesserte die Glasherstellung und gründete mehrere
Glashütten in Sachsen.
Tschirnhaus war der eigentliche Erfinder des europäischen
weißen Porzellans.
Durch seinen Tod 1708 konnte jedoch Böttger den Ruhm ernten.
Johann von Zimmermann (* 27.03.1820 in Pápa (Ungarn),
† 02.07.1901 in Berlin)
Schlosser, Werkführer, Erfinder und Unternehmer,
Gründer der ersten deutschen Werkzeugmaschinenfabrik.
Empfing von Napoleon den Orden der Ehrenlegion, wurde
Ehrenmitglied der Académie nationale, sächsischer
Kommerzienrat und wurde vom österreichischen Kaiser
geadelt.
Adam Friedrich Zürner (* 15.08.1679 in
Marieney, † 18.12.1742 in Dresden)
begann 1705 als Pfarrer in Skassa bei Großenhain mit der
Vermessung seiner Diözese.
1712 wurde er von August dem
Starken mit der Erarbeitung eines kursächsischen
Landatlasses beauftragt. 1719 konnte der "Land- und
Grenzkommissar" Zürner seine "Neue Chursächsische
Post-Charte" vorlegen. Die Strecken wurden mit einem eigens
hierfür konstruierten Wagen abgemessen. Die umgebaute
Kutsche, in der ein Gestänge die Umdrehungen des Hinterrades
auf ein Zählwerk übertrug, legte etwa 18000 Meilen
zurück.
Am 19. September 1721 erließ der Kurfürst den Befehl,
an den Stadttoren steinerne Postmeilensäulen
mit konkreten Entfernungsangaben zu verschiedenen Orten zu
setzen. Da Herstellung und Aufstellen von den Städten
bezahlt werden mußte, hatte Zürner große
Schwierigkeiten, die Stadtväter von der Wichtigkeit dieser
Säulen zu überzeugen. Man setzte die Säulen oft
nicht an die Stadttore, sondern ins Ortszentrum, auf den Markt.
Und selbst das geschah nur sehr widerwillig.