sächsische Maße und Gewichte
Damit keine Mißverständnisse aufkommen: In Sachsen gelten selbstverständlich die international anerkannten
SI-Einheiten. Aber früher war das anders.
Maße
Das kleinste Längenmaß war die
Linie. Sie entsprach 1,9665 mm. Zwölf
Linien ergaben ein
Zoll (2,3599 cm),
was ungefähr Daumenbreite ist.
Die Längeneinheit
Fuß
bestand aus 12 Zoll. Ein sächsischer Fuß entsprach
damit 28,319 cm oder einer Schuhgröße zwischen 42 und
43.
Eine
Elle war 2 Fuß lang.
Ein
Lachter (dieses Maß wurde im
Bergbau verwendet), waren 7 Fuß und somit 1,98233 m. Im
Jahre 1830 wurde der Sächsische Lachter mit genau 2,00 Meter
festgelegt.
Gewichte
Eigentlich handelt es sich ja um Einheiten der Masse. Gewicht ist die Kraft,
die die Erdanziehung auf die Masse ausübt. Doch das wußten die meisten Sachsen
früher noch nicht. (Manche wissen es heute noch nicht.)
Das Münzgewicht war die Grundlage für die Gewichtseinteilung
im Gold- und Silberhandel. Es wurde also für relativ geringe Menge verwendet.
Ein
Quent entsprach 3,650 g. Vier Quent waren ein
Loth (14,599g) und sechzehn
Loth eine
Mark der Münze (233,5837g).
Das
Pfund der Münze hatte eine Masse von 466,912g.
Das Zentnergewicht wurde schon seit dem 16. Jahrhundert angewendet.
Ein
Bergzentner hatte 110 Pfund bzw. 51,358kg.
Ein
Pfund entsprach also 466,893g.
Im Jahre 1858 wurden die Maßeinheiten etwas modernisiert:
1
Zollzentner = 100 Zollpfund = 50kg
1
Zollpfund = 30 Loth = 500g
1
Loth = 16,67g
Für das Stollenbacken gab es auch noch ein besonderes
Maß:
1
Metze = 1/16 Dresdener Scheffel =
6,44 Liter bzw. 8 Pfund
Da immer "halb und halb" (Mehl + Zutaten) gebacken wurde,
erbrachte 1 Metze vier Vierpfünder.