August Bebel
(* 22.02.1840 in Köln-Deutz, † 13.08.1913 in
Passugg)
Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei
Deutschlands und von 1892-1913 deren Vorsitzender.
Schloß sich 1861 in Leipzig der deutschen Arbeiterbewegung
an und wurde 1867 Vorsitzender des Verbandes Deutscher
Arbeitervereine. Mit Wilhelm Liebknecht, der ihm das marxistische
Gedankengut nahegebracht hatte, gründete er im selben Jahr
die Sächsische Volkspartei und 1869 die Sozialdemokratische
Arbeiterpartei. Seit 1867 gehörte Bebel dem Reichstag an.
1872 wurde er wegen Hochverrats und Majestätsbeleidigung zu
Festhaft verurteilt. Als 1890 das Sozialistengesetz fiel, war
Bebel an der Ausarbeitung des "Erfurter Programms" der
Sozialdemokratischen Partei Deutschlands maßgeblich
beteiligt. Unter seiner tatkräftigen Führung
entwickelte sich die SPD bald zu einer Massenpartei.
Friedrich August I.
der Starke (* 12.05.1670 in Dresden, † 01.02.1733 in Warschau)
Wegen seiner legendären Kraft August der Starke genannt.
Seit 1694 als Friedrich August I. Kurfürst von Sachsen und
seit 1697 als August II. König von Polen. Trat, um
König von Polen zu werden, zum katholischen Glauben
über. Sehr bedeutend war sein Einfluß auf die
kulturelle Entwicklung in Sachsen. Mit vielen
Kulturdenkmälern ist sein Name als Auftraggeber verbunden.
Auf seine Anweisung wurde 1710 die
Porzellanmanufaktor in
Meißen gegründet. 1722 begann die Neuorganisation und
Erweiterung der Kunstsammlungen und die Vermessung der
sächsischen Straßen. In dieser Zeit wurden auch die
ersten
Postmeilensäulen
aufgestellt. Militärisch und wirtschaftlich hat er sich
jedoch keine Verdienste erworben. Durch die hohen Kosten seiner
Hofhaltung im Stile Ludwigs XIV. hinterließ er total
zerrüttete wirtschaftliche Verhältnisse in
Sachsen.
Walther
Ulbricht (* 30.06.1893 in Leipzig, † 1.8.1973 in
Döllnsee bei Berlin)
Politiker
Der gelernte Tischler, seit 1912 Mitglied der
Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), gehörte 1919
zu den Gründungsmitgliedern der Kommunistischen Partei
Deutschlands (KPD). 1926 wurde er in den Sächsischen Landtag
gewählt. Von 1928 bis 1933 war Ulbricht
Reichstagsabgeordneter. Von den Nationalsozialisten
steckbrieflich zur Fahndung ausgeschrieben, emigrierte er nach
Paris, später nach Prag und Moskau.
1943 wurde er als Rundfunkpropagandist der Roten Armee an der
Front eingesetzt. Der Mitbegründer des Nationalkomitees
Freies Deutschland (NKFD) kehrte 1945 nach Deutschland
zurück und organisierte den Wiederaufbau der KPD.
Als sich 1946 KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei
Deutschlands (SED) vereinigten, wurde Ulbricht stellvertretender
Vorsitzender und auf dem III. Parteitag der SED (1950)
Generalsekretär des ZK.
Zehn Jahre später wurde er Vorsitzender des Staatsrats
(Staatsoberhaupt der Republik). 1970 geriet er in der Frage der
Gestaltung der Beziehungen der DDR zur Bundesrepublik in
Widerspruch zu einem Teil der Parteiführung und verlor die
Unterstützung Moskaus. 1971 trat Walther Ulbricht aus
"gesundheitlichen Gründen" von der Funktion des Ersten
Sekretärs des ZK der SED zurück, blieb aber formell
Vorsitzender des Staatsrats und wurde zum Ehrenvorsitzenden der
SED ernannt.
Politisch entmachtet und vereinsamt starb Walter Ulbricht
1973.
Herbert Wehner (*
11.06.1893 in Dresden, † 19.06.1990 in Bonn-Bad
Godesberg)
Politiker
Sein politischer Weg war so ungewöhnlich wie sein Wesen.
Herbert Wehner wurde als Sohn eines Schuhmachers geboren. Nach
einer Ausbildung zum Industriekaufmann trat er 1927 der KPD bei.
1929 wurde er Sekretär der Revolutionären
Gewerkschaftsopposition, 1930 in Sachsen stellvertretender
Sekretär der KPD, 1930/31 Mitglied des Landtages und
stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Ab 1932 war er als
"Technischer Sekretär" des Politbüros einer der ersten
Mitarbeiter Ernst Thälmanns. 1933-35 arbeitete er im
Untergrund für die verbotene KPD. Ab 1935 lebte er in
Emigration und war ab 1937 in Moskau bei der Komintern
tätig. 1942 wurde er in Schweden wegen der Gefährdung
der schwedischen Neutralität zu einem Jahr Haft
verurteilt.
Aus der KPD ausgeschlossen, vollzog er den endgültigen
Bruch mit dem Kommunismus, kehrte 1946 nach Deutschland
zurück, arbeitete als Redakteur in Hamburg und wurde
Mitglied der SPD. Wehner gehörte bald zum engsten Kreis des
SPD-Vorsitzenden Kurt Schuhmacher. Seit 1949 Mitglied des
Bundestages, trug er maßgebliche Verantwortung für die
Umwandlung der SPD in eine links von der Mitte stehende
Volkspartei (Godesberger Programm) und setzte gegen den teilweise
erbitterten Widerstand die Zustimmung zu Adenauers Nato- und
Europapolitik durch. 1958-76 stellvertretender
Parteivorsitzender, bereitete er die große Koalition
zwischen SPD und CDU (1966-69) vor und wurde Minister für
gesamtdeutsche Fragen. Wehner war leidenschaftlicher
Parlamentarier. Im Bundestag hatte er seine großen
Auftritte als Debattierer, er war wegen seiner scharfen Attacken
und sarkastischen Zwischenrufe gefürchtet. Ab 1969
förderte er maßgeblich die Ostpolitik der
sozialliberalen Koalition. Zusammen mit Helmut Schmidt und Willy
Brandt bildete er 1969-83 als Fraktionsvorsitzender über
viele Jahre die Führungstroika der SPD.
Clara Zetkin, geb.
Eißner (* 05.07.1857 in Wiederau, † 20.06.1933
in Archangelskoje bei Moskau)
Die Frauenrechtlerin und Politikerin, im sächsischen
Wiederau als Clara Eißner geboren, wurde im
Lehrerinnenseminar von Auguste Schmidt, einer der
Wortführerinnen der bürgerlichen Frauenbewegung,
ausgebildet und studierte nach ihrer Heirat mit dem russischen
Revolutionär Ossip Zetkin an der Sorbonne. Nach dem
frühen Tod ihres Mannes kehrte sie nach Deutschland
zurück, wo sie sich den Sozialdemokraten anschloß.
1891-1916 leitete sie die sozialdemokratische Frauenzeitschrift
"Die Gleichheit". Als kompromißlose Kämpferin für
die Sache der Frau war sie auch in den eigenen Reihen
gefürchtet. Sie lehnte jede Zusammenarbeit mit der
bürgerlichen Frauenbewegung ab, da für sie die
Frauenproblematik aufs engste mit dem Klassenkampf verbunden war.
Mit Entstehen der KPD wurde sie die Führerin der
Kommunistischen Frauen und war 1920-33 Mitglied des Reichstages.
1932 mußte sie als dessen satzungsgemäße
Alterspräsidentin die Schmähungen Goebbels über
sich ergehen lassen. Nach der Machtübernahme der
Nationalsozialisten ging Clara Zetkin in die Sowjetunion, wo sie
am 20. Juni 1933 starb.