Sing, mei Sachse, sing


Stand: 2006-05-06 | suchen| impressum | feedback | home |

Sing, mei Sachse, sing


Der Sachse liebt das Reisen sehr. Nu nee, ni das in'n Gnochen;
drum fährt er gerne hin und her in sein'n drei Urlaubswochen.
Bis nunder nach Bulgarchen dud er die Welt beschnarchen.

Und sin de Goffer noch so schwer, und sin se voll, de Züche,
und isses Essen nich weit her: Des gennt er zur Genüche!
Der Sachse dud nich gnietschen, der Sachse singt 'n Liedschen!

Sing, mei Sachse, sing! Es ist en eichen Ding.
Und ooch a düchtches Glück um d'n Zauber der Musik.
Schon des gleenste Lied, des leecht sich off's Gemüt.
Und macht dich oochenblicklich
- Zufrieden,
- Ruhig
- Und glücklich!

Der Sachse liebt den satten Saund, den Ton, wenn Geichen röhren.
Ob Opernhaus, ob Untergraund: Er strahlt, das muß er hören!
Und schluchzt der Geichenbogen, denn gricht er feuchte Oochen.

Der Sachse schmilzt eb'n leicht dahin off des Gesanges Fliecheln.
Doch eh' die Träne tropfen kinn, da weeß er sich zu ziecheln!
Der Sachse dud nich wein'n, der Sachse stimmt mit ein!

Sing, mei Sachse, sing . . . .

Der Sachse is der Welt bekannt als braver Erdenbircher,
und fährt er ringsum durch es Land, dann macht er geenen Ärcher.
Dann braucht er seine Ruhe und ausgelatschte Schuhe.

Doch gommt der Sachse nach Berlin, da gönn' se ihn nich leiden.
Da wolln s'ihm eene drieberziehn, da wolln se mit ihm streiten!
Und dud ma'n ooch verscheißern, sein Liedschen singt er eisern!

Sing, mei Sachse, sing . . . .

Text: Jürgen Hart (1942-2002)
Melodie: Arndt Bause (1936-2003)
Erscheinungsjahr 1979