Säggssch - die Sprache der Sachsen
"Die Oesterreicher und Bayern verstehen die Thüringer und
Sachsen nicht, sonderlich die Niederländer... Die
oberländische Sprache nimmt den Mund voll und weit, und
lautet hart. Aber die sächsische Sprache gehet fein leise
und leicht ab."
Wer das gesagt hat?
Ein Sachse natürlich, Martin
Luther.
Für alle Nichtsachsen: ein kleines Säggssch -
Hochdeutsches Wörterbuch
ahsen = verschwenderisch sein
Arschgeiche = Arschgeige (Schimpfwort)
än Abbl = einen Apfel
ähdsch = ätsch (ein Ausdruck der Schadenfreude)
ä scha = ach wo
Balsch = Balg (Kind)
Bliemchengaffee = dünner Kaffee
Bredchen = Brötchen
bredchen = predigen
Dämmse = große Hitze
diggschen = dickköpfig, eingeschnappt sein
Dähz = Kopf
Drambl = Trampel,unhöflicher Mensch
dreeschen = stark regnen
dusselich = tolpatschig,ungebildet
eebsch = ewig
eindieseln = sich parfümieren
fähnsn = weinen
Fissemadendchen (machen) = aus der Reihe tanzen
Flähz = Mensch ohne Manieren
fludschn = gut funktionieren
Fummel = Bekleidung
Gelumbe = unnützes Zeug
gluggn = sich festsetzen
Gribbs = Geist, Verstand
Griebsch = Strunk z.B. vom Apfel
Gohgelmosch = Ramsch (Mohsch), der zum Zwecke des Verbrennens (Goglns) im "Gohlngasdn" aufbewahrt wird
gägsch = blaß,krank aussehen
Grigge = (Krücke) unsympathische Frau
gugge ma! = sieh mal!
Hiddsche = Fußbank
heemdüggsch = heimtückisch
Huddelei = Ärger haben
jetze = jetzt
Klitsche = kleiner Ort
Knatsch = Streit
Knete = Geld
leiern = drehen, auch: weinen
mähren = etwas langsam tun
Mohdschegiebschen = Marienkäfer
mohschn = krümeln, kleckern, etwas verschütten
Muggefugg = Malzkaffee
Nappsilze = Dummkopf, Pfeife, alberner Mensch
närrsch =seltsam
Nischel = Kopf
noor = nicht wahr
nu (kurz gesprochen) = ja
oh = auch
Offwasch = Abwasch
Ranziehgugger = Fernglas
Ausspracheregeln
Frei nach dem Motto: "De weeschn besieschn de hardn" = Die "weichen" (Konsonanten)
besiegen die "harten" spricht der Sachse
das
t wie ein
d aus.
k wird zu
g,
p zu
b,
ei zu
e (gedehnt),
ö wird ebenfalls ein gedehntes
e,
...
er wird zu ...
or,
...
ig zu ...
sch und
...
g(...) wird oft ...
sch(...).
Also immer alles "scheen babbsch" aussprechen.
So, wer bis hierher gelesen hat, müßte auch
folgenden Dialog übersetzen können:
"Babba, was for ä Ardiggl sedzd mor denn vor Lehm?"
"Das gommd druff an, mei Sohn. Der Lehm is das, womidd dor
Dischler de Dische lehm duhd, die Lehm sin wilde Diere un das
Lehm is das Gechndeil von Dohd."