Albrecht III. der Beherzte
(* 31.07.1443 in Grimma, †12.09.1500 in Emden),
wurde als Kind mit seinem Bruder Ernst durch Kunz von Kaufungen entführt
(Altenburger Prinzenraub von 1455).
Albrecht regierte zunächst gemeinsam mit seinem
Bruder Ernst, erhielt in
der von ihm geforderten Leipziger Teilung 1485 den
nördlichen Teil Thüringens, die Mark
Meißen und das Gebiet um Leipzig. Ihm stand der
Titel Herzog zu. Seine Residenz wurde Dresden.
Er ließ die nach ihm benannte Albrechtsburg in Meißen bauen.
Nachdem Albrecht den Kaiser im Krieg gegen den ungarischen König unterstützt hatte,
wurde er Statthalter der Niederlande und Herr in Westfriesland.
1499 teilte er sein Land unter seine Söhne Georg und Heinrich auf.
Georg der Bärtige (* 27.08.1471 in Meissen,
† 17.04.1539 in Dresden),
Der streng katholische Herzog bekam seinen Beinamen für den beeindruckenden
Bart, den er sich aus Trauer um seine verstorbene Frau wachsen ließ.
Georg war ein entschiedener Gegner der Lehren von Jan Hus und Martin Luther. Sein Wahlspruch "Der Name des Herrn sei gelobt" war auch sein Lebensinhalt.
Heinrich der Fromme
(* 16.03.1473 in Dresden, † 18.08.1541 in Dresden),
übernahm im Alter von 66 Jahren die Regierung.
Der Bruder des Katholiken Georg hatte sich bereits 1536 zur Lehre
Luthers bekannt. Unter seiner Herrschaft wurde der Protestantismus
in Sachsen Staatsreligion. In der Wahl der Mittel war er dabei nicht
sehr fein. Wer sich weigerte, der neuen kirchlichen Lehre zu folgen,
wurde entweder des Landes verwiesen oder in Haft genommen.
Moritz
(* 21.03.1521 in Freiberg, † 11.07.1553 bei Sievershausen),
verriet den Schmalkaldenschen Bund und
unterstützte den katholischen Kaiser. Zum Dank
dafür wurde er am 4. 6. 1547 von Kaiser Karl V.
auf der Wiese bei Blasern feierlich mit der
Kurwürde belehnt. Später wechselte er die
Partei und stellte sich gegen den Kaiser. Er erreichte
im Passauer Vertrag die Freilassung seines Vetters Johann Friedrich von
Sachsen, des "geboren Kurfürsten" und des
Landgrafen Philipp von Hessen. Der Fortbestand der
Reformation in Deutschland war gesichert. Da sich
Albrecht von Kulmbach nicht an den Landfrieden hielt,
zog Moritz von Sachsen mit einem Heer gegen ihn. Nach
einem erbitterten Reitergefecht wurde der Markgraf
geschlagen. Moritz wurde jedoch von einer Kugel
getroffen und starb am 11. 7. 1553, erst
31-jährig, an der Verwundung.
"Rätselhafter, schneller und reicher an
großen Taten ist selten ein Fürstenleben
hingegangen. Durch die Reformation und durch ihn ist
Sachsen welthistorisch geworden" (Mühlmann
1870).
August (* 31.07.1526 in Freiberg, †
11.02.1586 in Dresden),
folgte seinem Bruder Moritz auf den Thron. Er baute den von Moritz
politisch-militärisch geschaffenen Territorialstaat klug aus, förderte
die Landwirtschaft und legte den Grundstein für die naturwissenschaftlichen
und Kunstsammlungen des Dresdner Hofes. Sachsen erlebte eine wirtschaftliche
und soziale Blüte.
Christian I. (* 29.10.1560 in Dresden, †
25.09.1591 in Dresden),
war an der Politik weniger interessiert. Er entfaltete eine prunkvolle Hofhaltung
und versuchte, die lutherischen Schriften durch kalvinistische zu ersetzen.
Sein früher Tod mit 31 Jahren wurde vom Volk als Gottesgericht gedeutet.
Während seiner Regierungszeit wurde mit der Vermessung Sachsens durch den Markscheider Matthias Oeder begonnen.
Christian II. (* 23.09.1583 in Dresden, †
23.06.1611 in Dresden),
folgte seinem Vater in dessen Vorliebe für Prunk. Mit seiner Weigerung,
der Union von Abhausen beizutreten, vertiefte er die Spaltung des protestantischen Lagers.
Johann Georg I.
(* 15.03.1585 in Dresden, † 08.10.1656 in Dresden),
gründete 1654 Johanngeorgenstadt. Auch er hatte eine Vorliebe für Prunk.
Seine Regierungszeit war vom 30-jährigen Krieg
gekennzeichnet, bei dem Sachsen auf verschiedenen Seiten
mitkämpfte. Der Krieg kostet fast der Hälfte der Einwohner Sachsens
das Leben.
Johann Georg II.
(* 10.06.1613 in Dresden, † 22.08.1680 in Freiberg),
beschäftigte sich in seiner Regierungszeit mit
dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Sachsens nach dem
30jährigen Krieg, wenn auch nicht sehr erfolgreich. Im Geiste des
Königs Ludwig XIV. von Frankreich stellte er die Weichen für
das Zeitalter des Absolutismus in Sachsen. Dresden
wurde zu einem Kulturzentrum.
Johann Georg III. (* 30.06.1647 in Dresden,
† 12.09.1691 in Tübingen),
zeigte besonderes Interesse für das Militär.
Dafür erhielt er den Spitznamen "der
sächsische Mars". Er schuf das stehende Heer in
Sachsen, plante den Bau einer Kadettenanstalt und schuf
in den militärischen Behörden zahlreiche neue
Einrichtungen. Doch auch als Förderer von Kunst
und Religion wurde er bekannt. In seinem Auftrag
führte der Barockplastiker Balthasar Permoser den
Ausbau Dresdens fort.
Johann Georg IV. (* 18.10.1668 in Dresden,
† 27.04.1694 in Dresden),
Der ältere Bruder von August dem Starken regierte nur drei Jahre und starb an den Pocken, an denen er sich auf dem Totenbett seiner Geliebten Sybille von Neitschütz angesteckt hatte. Zu seinem jüngeren Bruder hatte er kein gutes Verhältnis.
Friedrich August I. der Starke
(* 12.05.1670 in Dresden,
†01.02.1733inWarschau),
Wegen seiner legendären Kraft August der Starke
genannt. Seit 1694 als Friedrich August I.
Kurfürst von Sachsen und seit 1697 als August II.
König von Polen. Trat, um König von Polen zu
werden, zum katholischen Glauben über. Sehr
bedeutend war sein Einfluß auf die kulturelle
Entwicklung in Sachsen. Mit vielen
Kulturdenkmälern ist sein Name als Auftraggeber
verbunden. Auf seine Anweisung wurde 1710 die
Porzellanmanufaktor in Meißen gegründet.
1722 begann die Neuorganisation und Erweiterung der
Kunstsammlungen und die Vermessung der sächsischen
Straßen. In dieser Zeit wurden auch die ersten
Postmeilensäulen aufgestellt. Militärisch und
wirtschaftlich hat er sich jedoch keine Verdienste
erworben. Durch die hohen Kosten seiner Hofhaltung im
Stile Ludwigs XIV. hinterließ er total
zerrüttete wirtschaftliche Verhältnisse in
Sachsen.
Friedrich August II. (* 17.10.1696 in Dresden,
† 05.10.1763 in Dresden),
erwarb mit Unterstützung Rußlands und
Österreich gleichfalls die polnische
Königskrone. Als König von Polen nannte er
sich August III. Sein Name war mit der
Mißwirtschaft und Korruptionspolitik des bald
allmächtigen Premierministers Grafen Heinrich von
Bruehl verbunden. In der Nachfolge seines Vaters
führte er dessen kulturelle Bemühungen fort,
ohne jedoch wie dieser schöpferisch mitzuwirken.
Während seiner Regentschaft wurden bedeutende
Werke der Gemäldegalerie erworben, die Katholische
Hofkirche gebaut, erlebte die Italienische Oper am
Dresdner Hof ihre Glanzzeit.
Friedrich Christian (* 05.09.1722 in Dresden,
† 17.12.1763 in Dresden),
entließ 1763 den Premierminister Bruehl. Eine
umfassende Staatsreform begann, die vor allem von
Thomas von Fritsch vorbereitet und gedanklich getragen
wurde und in deren Verwirklichung sich ähnlich wie
in Preußen und Österreich der
wirtschaftliche Wiederaufbau des Landes vollzog. Hofstaat und Verwaltung wurden nach dem Prinzip der Sparsamkeit neu organisiert. Während der nur 74 Tage währenden Regentschaft Friedrich Christians wurde die erste Technische Hochschule in Sachsen gegründet, die Bergakademie von Freiberg.