Heinrich der Erlauchte (* 1218?,
† 15.02.1288 in Dresden),
der Sohn Dietrichs, war in seiner Jugend
Minnesänger. Später erwarb er die
Landgrafschaft Thüringen und trat als
Förderer der Städte in Erscheinung. So
verlieh er Leipzig 1263 die eigene Gerichtsbarkeit und
1273 das Münzrecht. Auch die Kultur wurde von ihm
gefördert. Die von ihm veranstalteten glanzvollen
Turniere waren in ganz Europa berühmt.
Schon zu Lebzeiten gab er Teile seines Besitzes an
seine Söhne weiter. Albrecht erhielt die
Landgrafschaft Thüringen, die Pfalz Sachsen (an
der Unstrut, westlich von Naumburg) und das
Pleißenland. Dietrich bekam die neugebildete Mark
Landsberg.
Albrecht der Entartete
(* 1240, † 13.11.1314 in Erfurt),
heiratete 1253 Margarethe, die Tochter Kaiser
Friedrichs II., die er jedoch 1270 zugunsten seiner
Geliebten Kunigunde von Eisenberg wieder
verstieß. Da er immer wieder Teile seines Landes
verkaufte oder verpfändete, waren
Familienstreitigkeiten an der Tagesordnung. Als sein
Vater 1288 starb, kam es innerhalb der Familie zu
Kämpfen um das Erbe. Gemeinsam mit Friedrich Tuta,
dem Sohn seines 1285 verstorbenen Bruders Dietrich von
Landsberg erhielt er die Mark Meißen. Ein Jahr
später verkauft er seinen Anteil an Friedrich
Tuta. Den Beinamen "der Entartete" bekam er schon zu
Lebzeiten. Zugunsten seines Sohnes Friedrich dankte er am 11.01.1307 ab. Als er im November 1314 starb, wurde er
nicht in der Familiengruft in Kloster Altzella, sondern
in Erfurt bestattet.
Friedrich I. der Freidige (der
Gebissene) (* 1257, † 1323 auf der
Wartburg),
Als 1291 der König Rudolf von Habsburg und kurz
darauf Friedrich Tuta starben, nutzte Friedrich die
Gunst der Stunde und errang die Mark Meißen,
bevor sie ein neuer König als erledigtes
Reichslehen einziehen konnte.
Der 1292 zum König gewählte Adolf von Nassau
eroberte Thüringen und die Mark Meißen, so
daß Friedrich 1296 nach Tirol flüchten
mußte.
Mit der Fürstenopposition verbündet,
eroberte er die Mark 1298 zurück. Der neue
König Albrecht I. von Habsburg verpfändete
die Mark jedoch an den Böhmenkönig Wenzel
II., bis sie nach dessen Tod 1305 an Albrecht
zurückfiel.
1306 zwang der König Albrecht den Entarteten,
seine Söhne Friedrich und Diezmann zu enterben und
ging militärisch gegen sie vor. Friedrich
nötigte seinen Vater mit Waffengewalt, abzudanken
(8.Januar 1307) und besiegte gemeinsam mit seinem
Bruder Diezmann den König in der Schlacht bei
Luckau am 31.Mai 1307.
Nachdem Diezmann während einer Messe in der
Leipziger Thomaskirche erstochen wurde, regierte
Friedrich in der Mark Meißen und Thüringen
allein. Als Dank für die Unterstützung im
Kampf um die Königskrone bestätigt König
Ludwig der Bayer 1323 das Reichslehen der
Wettiner.
Friedrich II. der
Ernsthafte (* 30.11.1310 in Gotha, † 18.11.1349 auf der
Wartburg),
erhielt 1329 mit der Volljährigkeit die Regierung
über die Mark Meißen und heiratete
Mechthild, die Tochter Kaiser Ludwigs des Bayern. Nach
dessen Tod 1347 wurde Friedrich die deutsche
Königskrone angeboten. Er lehnte jedoch zugunsten
Karls IV von Luxemburg ab, da dieser für einen
Kampf schon zu mächtig war. Friedrich II.
beschränkte sich darauf, seine Herrschaft zu
konsolidieren und gegen die von Karl IV. ausgehende
Gefahr zu verteidigen. Bei einem Treffen 1348 in
Bautzen erkannten beide die bestehenden
Besitzstände an.
Friedrich III. der
Strenge (* 14.10.1332 in Dresden, † 26.05.1381 in
Altenburg),
übernahm nach dem Tod des Vaters 1349
vormundschaftlich die Regierung für seine
Brüder Wilhelm, Balthasar und Ludwig. 1350
belehnte der Kaiser die vier Brüder
gemeinschaftlich mit der Mark Meißen. 1368 begann
die gemeinsame Regierung, danach lösten sich die
Brüder aller zwei Jahre an der Spitze der
Herrschaft ab. 1379 wurde eine Landesteilung
vorbereitet, die jedoch erst nach dem Tod Friedrichs
III. zum Tragen kam.
Wilhelm I. der
Einäugige (* 29.12.1343 in Dresden, † 09.02.1407 in
Grimma),
erhielt am 13. November 1382 mit dem Vertrag von
Chemnitz die Markgrafschaft Meißen, Teile des
Osterlandes und des Pleißenlandes. Die Freiberger
Bergwerke und die Münze blieben gemeinschaftlicher
Besitz. Durch eine umsichtige Landesverwaltung
förderte Wilhelm den Landesausbau. 1407 starb
Wilhelm kinderlos.